Das Zerrinnen Madayas

Hört ihr, dieses Lachen übertönt jenes Knurren, unsere sattgefressenen Herzen übergehen ihre leergestellten Mägen. Alles, was wir beißen sind nun verformte Steine, was wir schlucken ist verquirltes Gift, das sich in unsere Herzklappen einnistet und es eindämmt, uns taub stimmt, vor dem Winseln der eingehenden Kinder und dem Wehklagen der anflehenden Mütter. Seht ihr, die Schuld unserer kauenden Fratzen liegt dieser Tage Rippe für Rippe, Knochen um Knochen auf der Unschuld ihrer Leichen. Fade und falsch. Schmeckt ihr?   Das Zerrinnen Madayas weiterlesen

Die emotionale Ohnmacht der Muslime

Während Hunderttausende Stimmen in klanglautem Konsens für Frankreich ihre Solidarität bekunden, wird in innerislamischen Kreisen eine Frage aufgeworfen, die seit 9/11 ihre Debattenkultur nicht minder prägt. Wie geht man damit um, wenn Terroristen die eigene Religion instrumentalisieren und durch sie erbarmungslose Mordserien übertünchen? Distanziert man sich einmal mehr demonstrativ? Und wenn ja, wie stellt man das an, ohne einen ohnehin befürchteten Generalverdacht zu bekräftigen? Wir Muslime scheinen erschöpft zu sein. Müde vom Rechtfertigungszwang, ausgelaugt von Distanzierungsphrasen – wohlwissend, dass wir ohne das Aussprechen dieser ja doch keine Ruhe finden werden. Denn während viele Muslime klarstellen, wie zuwider ihnen der lästige … Die emotionale Ohnmacht der Muslime weiterlesen

So wie wir sind

Wir mutieren zu gebrechlichen Wesen, stützen uns fest an goldenen Tresen, und so leicht zerbrechlichen Thesen, dass es uns zu Unrecht glauben lässt, wir seien von der starken Schwäche genesen. Und es ist absolut verwirrend und doch so lächerlich klar, wie wir uns zielstrebig verirrend einreden es würde vorwärts gehen, mit der Zeit und der Gesellschaft, so als wäre es nicht wahr, dass wir rückläufig Sprintende, dass wir gegenläufig Denkende sind. Ein Informationsfluss strömt in unseren Hosentaschen, doch ein Wissensverdruss dröhnt in unseren Ohren, so wie eine Kenntnis ein Klick entfernt liegt, so ist unsere Müßigkeit ihm einen Tick voraus. … So wie wir sind weiterlesen

Erdogan zwischen Hassparolen und Heldensymbolik

Er wird gefeiert und gehasst, verehrt und verpöhnt, anerkannt und anvisiert. Erdogan gehört zu jenen Politikern, die mitten im Kreuzfeuer stehend Achtung und Respekt genießen. Vor allem innerhalb des türkischen Volkes spaltet sich die Haltung gegenüber dem Staatschef in zwei strikte Fraktionen, die in ihren Einstellungen beharrlich, fast schon dogmatisch sind. Die Verfechter Erdogans auf der einen, seine Gegner auf der anderen Seite. Wenn unerbittliche Antipathie und rückhaltlose Sympathie kollidieren, ist die Disharmonie in den Reihen der Bürger nicht verwunderlich, gar vorprogrammiert. Innerpolitischer Unmut und Volksaufstände hat die Türkei nur allzu oft verzeichnen müssen; jüngst die Massenproteste auf dem Taksim-Platz … Erdogan zwischen Hassparolen und Heldensymbolik weiterlesen